ICH HAB DIE HAARE SCHÖN

 

Die Chefin kam vor kurzem zu mir und meinte, dass sie mal wieder einen neuen Haarschnitt und Farbe auf ihr Haupt bräuchte. Ich sagte ihr, dann solle sie doch zum Maler und Tapezierer gehen. Ihrem strengen, ich meine sogar bösen Blick nach zu urteilen fand sie meinen durchaus ernst gemeinten Kommentar gar nicht so witzig.  Also, Termin gemacht und ab zum Frisör ihres Vertrauens (ganz wichtig für Frauen, hat sie mir erklärt). Zum Glück bin ich ein Tiger und hab einen solchen Eingriff an meinem Kopf nicht nötig (Obwohl … ich könnt mir die Tiger Streifen mal lila färben lassen oder so ähnlich). Aber erstmal will ich mir den Laden und Schneidefuzzi  mal  ansehen bevor jemand Hand an meinem Luxuskörper anlegt.

🙂🤩😀

‚House of Hair‘ lese ich da am Eingangsschild – ach, immer diese englischen Wörter. Aber als weitgereister, weltoffener Tiger weiß ich, dass es übersetzt Haus des Haares heißt. Wir gehen rein und werden freudestrahlend vom Chef und seinem Team begrüßt. Schick, denke ich beim Betreten der Räume. Ein offener und heller Raum, modern und gemütlich gestaltet, empfängt uns und erzeugt ein wohliges Gefühl. Das kann ja doch was werden (ich hatte schon mit einem öden Nachmittag gerechnet). Der Chef, Alexander Ahl heißt er, grinst mich an und gibt mir die Pfote. So isses recht, der Mann weiß, was sich einem Tiger gegenüber gehört. Schon hat er Punkte bei mir eingeheimst. Jetzt kommt die Chefin Show-Time. Nachdem sie sich hingesetzt hat, geht es los mit Fachsimpeln, Farbmustern und Fönfrisuren. Ich höre nur mit halben Tigerohr hin, merke aber schnell, dass der Alex sich da ziemlich gut auskennt, besonders mit Farbe und Färbetechniken. Leute, was es alles gibt für so ein paar Haare aufm Kopp ….

Und schon geht die wilde Fahrt äähh Färberei bei der Chefin los. Sie sagt, das kann dauern und ich schaue mich während dessen um. Die Räumlichkeiten sind nicht zu groß, wirken aber durch die Höhe der Decke geräumig und hell. Das Licht ist angenehm und durch die Holzoptik des Bodens wirkt alles sehr gemütlich und man fühlt sich wie zuhause. Den Rest trägt der Alex zur Wohlfühl-Atmosphere bei, weil er ein ganz dufter und unkomplizierter Typ ist, den ich sehr schnell in mein Tigerherz geschlossen habe. Wer weiß, vielleicht werden wir noch Freunde fürs Leben… Auf alle Fälle entdecke ich in der Ecke ein schönes Grünzeug, in dem ich mich prima verstecken und spielen kann. So ist das fein. Es wird immer noch gefärbt und ich glaube die Chefin ist schon halb im Dämmerschlaf. Ich werde gefragt, ob ich etwas trinken möchte. Och ja, kann ja dauern, wurde mir erklärt. Die Chefin mit ihren Spezialhaaren ….. ach ich bin schon wieder froh ein Tiger zu sein.

              

 

Ich tappel mal die Treppe rauf und entdecke, dass oben auf der Empore auch noch Sessel mit Spiegel sind. Dort werden meistens die Männer verarztet, erklärt mir der Alex, weil das bei denen viel schneller geht. Die unteren Plätze werden meistens von den Frauen belegt, weil da mehr Zeit beansprucht wird (typisch denke ich mir, sags aber nicht, sonst hätte ich wieder von der Chefin eins über die Ohren gezogen bekommen). Von oben sieht das alles auch echt cool aus. Nachdem ich mich satt geschaut habe, bin ich wieder nach unten und ein Stück nach hinten gelaufen (während immer noch fleißig gefärbt wird. Ob das nochmal fertig wird heute??). Da sind zwei Waschbecken mit Flözstühlen und eine Tafel mit vielen Haarfarbmustern. Ob ich doch mal mein Tigerfell in lila oder grün oder rosa ….???? … ach, besser nicht. Ui, jetzt endlich nach gefühlten drei Stunden kommt die Chefin ans Waschbecken und es wird der ganze Klumbatsch von den Haaren gewaschen. Anschließend wird an der Zottelmähne rumgeschnippelt. Ich schaue zu und es sieht sehr gekonnt aus, was der Alex da macht. Und es geht wider erwarten auch recht schnell (im Vergleich zum Färben)

Ich hoffe, wir haben es bald geschafft, wobei mir eigentlich gar nicht langweilig war, weil ich mich noch zwischendurch ganz nett mit der Seniorchefin, der Maria unterhalten habe. Ob ich nicht mal als Tigermodell arbeiten wolle, fragt sie augenzwinkernd und ich fühle mich geschmeichelt und zehn Jahre jünger. So einfach ist das manchmal. Jetzt kommt die Fönattacke und während da wild bei meiner Chefin die Haare getrocknet werden, bastel ich mit den abgeschnittenen Haaren ein schönes Bild. Ich hab Spaß dabei und das Ergebnis gefällt mir.

Fazit: ein feiner Fisörladen zum wohlfühlen mit netten und kompetenten Chef und Mitarbeitern. Aber eins können alle Frisöre der Welt nicht, meint die Chefin und das ist Pony schneiden 😊 Und ich überleg mir das noch mit dem Fellfärben, weil der Alex ein echt feiner Kerl ist.

Von mir gibt es für das House of Hair drei fette Tiger Tatzen

 

 

     

GROAAHH, EUER TIGER

 

 

ADRESSDATEN

HOUSE OF HAIR                         

Alexander Ahl

Häuselstraße 13
67550 Worms

06242 6816