PURPLE RAIN

 

                                                  

 

 

Ich war mal wieder mit der Chefin auf Shopping Tour. Sie hat gejammert, dass sie nix richtiges mehr zum anziehen hätte. Frauen halt... was soll ich sagen. Da haben wir im schnuckeligen Alzey einen kleinen, aber überaus hübschen Klamottenladen für - naaa? natürlich für Frauen entdeckt und zack- kaum gesehen, schon war sie drin im Geschäft, meine Chefin. Ich also zwangsläufig hinterher. Schöner Eingang mit netter Dekoration wie ich finde und obwohl ich mit Frauenfummel nicht wirklich was anfangen kann (bin ja ein Tiger!), war ich angetan von der schönen Einrichtung und den vielen Farben der Kleidungsstücke.

 

                                    

 

Nach dem ersten Umherschweifen meiner Augen hat die Chefin auch schon drei Sachen zum anprobieren auf dem Arm hängen und verschwindet in der Umkleide (in der sogar eine Bank drinsteht) Und während ich so vor mich hin warte, entdecke ich immer wieder neue Details mit Deko, Licht und kleinen Assecoires wie Seifen, Schmuck, Parfüm und Schals. Trés chique und sehr gemütlich. Als ich an die Decke blicke und lila Licht herabscheint, denke ich: Purple Rain. Stylisch, klassisch und etwas Rock'n roll, um es musikalisch zu beschreiben. Dazu passt auch der Name Lilas.

Ich flötze mich in einen der beiden Sessel im Raum, weil ich weiß, Anproben von der Chefin - das kann dauern! Ich fange an mich mit der Besitzerin Anette zu unterhalten und sie erzählt mir, dass der Laden bis vor ein paar Monaten noch woanders war. Leider kamen durch die ungünstige Lage nicht so viele Kundinnen in ihr Geschäft und sie ist deswegen umgezogen. Die Lage ist jetzt besser, da der Laden direkt in der Fussgängerzone liegt. Trotzdem ist es durch den Internethandel wie bei fast allen kleinen Geschäften in den Städten schwieriger geworden, sagt sie. Umso bemerkenswerter finde ich dass sie vor zwei Jahren in Bad Kreuznach noch eine zweite Boutique eröffnet hat. Das finde ich mutig und mir fällt ihr Strahlen und ihre Passion in den Augen auf. "Was soll ich machen, ich kann sonst nichts anderes" sagt sie mit einem breiten Grinsen und ich muss lachen. Echt knuffig.

Genau das kommt auch zum Vorschein: sie und ihr Laden sind eine Einheit und sie beherrscht die Handgriffe und das Augenmass. Sie zoppelt zwischendurch der Chefin am Revers der Jacke und schon sitzt die Chose. Und da gibt es auch ein ehrliches Nein zur Kundin, wenn das Kleidungsstück nicht gut aussieht. Das finde ich prima und fühle mich hier pudel ähh tigerwohl... Nach gefühlten zwei Stunden ist die Chefin endlich fündig geworden und strahlt über ihre Neuerwerbe. Sie zückt endlich die Kreditkarte zum zahlen und verspricht mir als Belohnung für meine Geduld ein Eis. Na, geht doch ... und am liebsten hätte ich die Anette mit eingeladen, weil sie sich auch freut über unser Gespräch, die verkauften Klamotten und ihre beiden Geschäfte.

Und das ist die Anette .... und wie ihr euch schon denken könnt, gibt es von mir drei dicke Tiger-Tatzen für diesen schönen und aussergewöhnlichen Laden in Alzey. Und wenn ich mal in Bad Kreuznach vorbeikomme, berichte ich euch auch von ihrem Geschäft dort.

GROAAH, EUER TIGER